Geschichte
Eine Vision wird umgesetzt
Eine Lücke schliessen …
Nach der Einführung des Invalidenversicherungsgesetzes mit dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» im Jahr 1960 entstand auch im Kanton Solothurn der Bedarf nach Geschützten Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die kantonale Invalidenversicherungskommission setzte eine breit abgestützte Studienkommission ein, welche zu folgendem Schluss kam:
Wenn eine Eingliederung von Menschen mit Behinderung in einen Betrieb nicht möglich ist, soll die Aufnahme in eine
Geschützte Werkstätte erfolgen. Der Erstellung einer Geschützten Werkstätte wird deshalb erste Dringlichkeit zugeordnet.
Als Voraussetzung für die Eröffnung solcher Eingliederungsstätten schrieb das Gesetz eine nach Obligationenrecht organisierte Trägerschaft vor. 1963 kam es zur Gründung der
«Vereinigung zur Förderung geistig Invalider
Olten». Diese neue private Institution und die Studienkommission einigten sich gemeinsam auf eine kantonale Lösung. Der damalige
Regierungsrat Willi Ritschard erklärte seine volle Unterstützung für die Schaffung eines
Arbeitszentrums für Behinderte. In der Folge gab der Regierungsrat die Zusicherung, in
Oensingen Bauland für ein entsprechendes
Projekt zur Verfügung zu stellen. Im Juni 1964 beschloss die Studienkommission, auf diesem Bauland ein Ausbildungszentrum, eine Geschützte Werkstätte und ein Wohnheim zu
errichten. Die Gründung einer Trägerschaft wurde vorbereitet.
Die VEBO entsteht
VEBO-Start im Juni 1965: Die erste Geschützte
Werkstätte an der Neuhardstrasse 10 in Olten.
Am 26. August 1964 findet die Gründungsversammlung der Institution «Verein Eingliederungsstätte für Behinderte, Oensingen» statt. Die Geburtsstunde der VEBO wird durch die
visionäre Vorarbeit und Umsetzung zahlreicher engagierter Menschen ermöglicht. Die federführende Studienkommission umfasst Persönlichkeiten aus Behörden-, Institutions- und Wirtschaftskreisen sowie Privatpersonen.
Start in Olten
Der Standort Olten heute:
Attraktiver Zulieferer, zentral gelegen und mit modernster Produktionsinfrastruktur.
Nach einer Bedürfnisabklärung wird der geplante Bau des Zentrums in Oensingen zurückgestellt. Die neue Strategie umfasst die dezentrale Erstellung von Geschützten Werkstätten
in den Regionen. Bereits im Juni 1965 kann die erste Ausbildungsstätte für Behinderte an der Neuhardstrasse 10 in Olten eröffnet werden. Das Provisorium wird 1967 durch einen grosszügigen Neubau an der Tannwaldstrasse ersetzt und im Jahr 1988 mit einem Erweiterungsbau vergrössert.
Grosse Resonanz im ganzen Kanton – zuchwil

Strategische Nähe zu wichtigen Industriebetrieben: Die VEBO Zuchwil ist seit Jahrzehnten eine beliebte und zuverlässige Produktionspartnerin.

Die zweite Geschützte Werkstätte ist für das Einzugsgebiet im oberen Kantonsteil geplant. Hier kann 1972 die Geschützte Werkstätte in der «Aarmatte» (später Werk 1 genannt) in Zuchwil eröffnet werden. 1999 entsteht der Neubau am Allmendweg (Werk 2).
Breitenbach

Vielseitigkeit: Kabelkonfektion, Metallbearbeitung, Packing und Recycling gehören zu den
Kernkompetenzen am VEBO-Standort Breitenbach.
1974 ist es auch im Schwarzbubenland so weit. Zuerst mit Standort in Laufen und ab 1982 in den Räumen der ISOLA-Werke in Breitenbach macht sich die VEBO rasch einen Namen als leistungsfähige Industriepartnerin. 1993 kann der Neubau «Grien» in Breitenbach bezogen werden.
Langendorf
Zweckmässig und modern:
VEBO-Neubau in Langendorf.
1977. Die VEBO verstärkt die Präsenz im Raum Solothurn. Erster Standort in den Räumen der Roamer AG. Dann 1982 Umzug in ein stillgelegtes Fabrikgebäude und 2001 Eröffnung der Geschützten Werkstätte in Langendorf.
Grenchen

Ein weiterer Leistungsträger im VEBO-Verbund: Geschützte Werkstätte Grenchen, Bild links das Hauptgebäude, Bild rechts der Erweiterungsbau aus dem Jahr 2006.

Seit 1982 ist die VEBO auch in Grenchen präsent. Als Entlastung der Geschützten Werkstätte Zuchwil wird ein Provisorium in einem unbenutzten Kindergartenpavillon errichtet. Im gleichen Jahr Umzug in das Uhrengebäude der Michel SA. 1987 kann die stillgelegte Uhrenfabrik «Sorna» gekauft und 1989 als definitiver Standort der VEBO Grenchen an der Bielstrasse eröffnet werden. 2007 Einweihung des Erweiterungsbaus.
Standort Oensingen – was lange währt…

An zentraler Lage, mitten im Kanton Solothurn, kann 1984 das Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnzentrum in Oensingen eröffnet werden. Der funktionelle Neubau bringt eine Entlastung für alle
VEBO-Standorte.

Der Neubau «Berufliche Massnahmen» in Oensingen bietet als Abklärungs- und Ausbildungsplatz professionelle Strukturen mit rund dreissig Berufsmöglichkeiten.
Das Konzept der VEBO bewährt sich. Die soziale Institution ermöglicht Menschen mit Behinderung einer sinn- und wertvollen beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Gleichzeitig
gelingt es der VEBO, sich als attraktive Produktionspartnerin am Markt zu etablieren. Die
Sozialdienstleisterin wächst nach und nach zu einem veritablen Unternehmen heran. Platznot, Kapazitätsengpässe und die steigende Nachfrage nach Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnplätzen für Menschen mit Behinderung lassen die ursprünglichen Pläne für ein zentrales Projekt in Oensingen wieder aufleben.
Nach einer intensiven Vorbereitungs- und Planungsphase kann am 30. Juni 1984, also genau zwanzig Jahre nach der Gründung der VEBO,
das ursprünglich geplante Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnzentrum an zentraler Lage
neben dem Autobahnwerkhof in Oensingen nach vier Jahren Bauzeit eröffnet werden. Das Werkstattgebäude wird 1996 aufgestockt und 2006 entsteht in unmittelbarer Nähe zur VEBO Oensingen der Neubau «Berufliche Massnahmen».
Matzendorf
1994 wird mit der Gärtnerei und dem Wohnheim in Matzendorf ein weiterer wichtiger
VEBO-Standort im Kanton Solothurn eröffnet. Die sozialen Dienstleistungen umfassen die Betreuung, Förderung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig werden Abklärungen und Ausbildungsmöglichkeiten für Vorbereitungsjahr, Anlehre, Berufslehre und praktische Ausbildung angeboten. Die Gärtnerei bietet in den Bereichen Floristik und Gartenbau professionelle Marktleistungen für die Region an.
Wohnheime und Aussenwohngruppen
Im Laufe der Jahre entstehen Wohnheime und Aussenwohngruppen in Breitenbach, Grenchen, Kestenholz, Matzendorf und Oensingen. Hier finden Menschen mit Behinderung vorübergehende oder dauernde Wohnmöglichkeiten.
Die VEBO heute
1975 werden die Strukturen angepasst und der Verein in die «VEBO Genossenschaft Solothurnische Eingliederungsstätte für Behinderte Oensingen» umgewandelt. Heute besteht die Genossenschaft aus rund 1400 Gemeinden,
Privaten und Firmen aus der ganzen Schweiz.
Die VEBO bietet in den vier Bereichen Integrationsmassnahmen, Berufliche Massnahmen (Abklärung und Ausbildung), Geschützte Arbeitsplätze und Wohnen ein vielfältiges Integrationsangebot für Menschen mit Behinderung an. Gleichzeitig treten die
Geschützten Werkstätten als leistungsfähige Marktpartner in verschiedenen Produktions- und Dienstleistungsbereichen auf. Die VEBO betreut und fördert mit rund 300 Führungsverantwortlichen und Fachkräften 1050 MitarbeiterInnen an einem Geschützten Arbeitsplatz, 250 Menschen im Bereich «Berufliche Massnahmen» und 200 Personen in Wohnheimen (Stand 2007).
Im Jahr 2000 erhält die VEBO den Solothurner Unternehmerpreis. Die Jury würdigt damit die sozial ausgerichtete und zugleich unternehmerisch-professionelle Arbeit des Unternehmens. Vor allem die erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt wird als beispielhaftes ethisches Unternehmertum honoriert. Als angesehene Zulieferin für Industrie und KMU trage die VEBO wesentlich zur Prosperität und Wohlfahrt im Kanton Solothurn bei, hiess es in der Laudatio.
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