Wohnheime

Wohnen mit sozialpädagogischer Betreuung

Das Bundesgesetz über die Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen (IFEG) legt auch für Wohnheime und andere betreute kollektive Wohnformen die Rahmenbedingungen fest, die Kantone sind zuständig für das Angebot und die Finanzierung. Die VEBO Genossenschaft führt Wohnheime mit Wohnheimgruppen und Aussenwohngruppen an zentraler Lage in den Gemeinden Breitenbach, Grenchen, Kestenholz, Matzendorf, Oensingen und Solothurn.

Hier werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch Fachleute betreut und in ihrer Alltags-, Lebens- und Freizeitgestaltung begleitet. Betreuung und Förderung richten sich nach der sozialpädagogischen Zielsetzung «Erhöhung der Eigenlenkung». Das heisst, Selbstständigkeit, Autonomie und Eigenverantwortung werden stark gefördert. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen überall dort selber entscheiden, wo sie urteilsfähig sind. Im Gespräch mit der gesetzlichen Vertretung legen wir mindestens einmal jährlich unsere Einstufung dar und erläutern, wie weit und in welchen Bereichen die Bewohnerin, der Bewohner aus unserer Sicht urteilsfähig ist.

In der praktischen Umsetzung werden die Befugnisse und Verantwortungen auf die Ebene der konkret Handelnden delegiert. Dies bedeutet, dass die einzelnen Wohngruppen weitgehend selbstbestimmt handeln, also den Lebensalltag gestalten, ihr Dienstleistungsangebot entwickeln und sich flexibel an neue Situationen anpassen.

Das Leitbild ist Grundlage für unsere Arbeit. Ein detailliertes Qualitätsmanagement sichert die Umsetzung und beschreibt die angebotene Leistung. Die einzelnen Wohngruppen (Kostenstellen) sind durch das gemeinsame Profitcenter verbunden. So kann die Entwicklung der Wohnangebote über verschiedene Gruppen koordiniert werden und wir verfügen über ein lebendiges und flexibles Wohnstufenprinzip.

Wenn eine Bewohnerin, ein Bewohner als nicht urteilsfähig eingestuft wird, verhandeln wir mit der gesetzlichen Vertretung. Die führungsverantwortliche Bezugsperson legt der gesetzlichen Vertretung dar, wo und wie weit sie die Bewohnerin, den Bewohner als urteilsfähig resp. urteilsunfähig einstuft. Ein solches Gespräch findet mindestens einmal jährlich statt.

Wohnheimgruppen

In unseren Wohnheimgruppen bieten wir an 365 Tagen Betreuung an. Sie sind für Menschen geeignet, die durchgehend auf Betreuung angewiesen sind.

Aussenwohngruppen

Die Aussenwohngruppen werden nicht durchgehend betreut. Sie sind deshalb auf Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtet, die in einer kleineren Gemeinschaft leben wollen und nicht auf durchgehende Betreuung angewiesen sind.

Aufnahmebedingungen

Aufgenommen werden Menschen mit IV-Rente oder mit einer entsprechenden Verfügung einer beruflichen IV-Massnahme. Die Interessentinnen und Interessenten für einen Wohnheimplatz müssen zusätzlich die folgenden Vorgaben erfüllen.

  • Sie sind nicht dauernd pflegebedürftig (das Anforderungsprofil des Personals ist sozialpädagogisch und nicht medizinisch ausgerichtet).
  • Sie benötigen Unterstützung in der Lebensgestaltung und wollen diese auch annehmen.
  • Sie wollen sich in die Wohngruppe einfügen.
  • Sie müssen die bestehenden Gruppenregeln akzeptieren.
  • Bei Urteilsunfähigkeit muss die Vertretung durch eine Drittperson gewährleistet sein (Beistand).
  • Sie müssen mit unseren offenen Strukturen umgehen können, ohne sich oder andere zu gefährden.
  • Ein Arbeitsvertrag mit einem privaten Arbeitgeber, einer Werkstatt oder einer Beschäftigungsstätte liegt vor (Ausnahme: pensionierte Bewohnerinnen und Bewohner).